Alpfahrt

Rund um den Säntis werden die Alpbestossung und die Alpentladung in ganz ähnlicher Weise durchgeführt. Und wenn auch einzelne Bauern ihr Vieh mit Transportfahrzeugen auf die Alp bringen, wir haben noch sehr viele Bauern, die ihre Tiere in traditioneller Weise, zu Fuss verschieben.

Ein original zusammengesetzter Ausserrhoder Alpaufzug hat sich strengen Normen zu fügen: Voraus schreitet der „Gäässbueb“; er trägt das Sennenkleid mit einem Lederkäppli, hinter ihm folgt das „Schüppeli Gäässe“, die dann vom „Gäässmeetli“ getrieben werden. Der Vorsenn „ i de Gääle“ (gelb gefärbte Lederhosen) schreitet unmittelbar vor den drei Kühen mit den Senntumschellen. Hinter den Schellenkühen sind vier Sennen, drei in braunem Sennengewand und links aussen der Zusenn im gelben Sennenkleid. Dann folgt die Herde mit den Kühen. Hinter der Herde schreitet der Bauer, das ist der Besitzer des Viehs. Er trägt das braune Sennengewand mit braunem Kittel und einem neutralen Hut. Bei ihm ist auch der Appenzeller Bläss. Jetzt folgt der Lediwagen, auf dem alles aufgebunden ist, was man früher auf der Alp zum Wirtschaften brauchte und zuhinterst, in der Regel von zwei Pferden gezogen, folgt noch der „Suuwage“.

Früher hatte man keine andere Möglichkeit, als zu Fusse in der Form  des Alpaufzuges auf die Alp zu fahren. Dies hat sich mit der Technisierung stark geändert. Heute fahren immer weniger Bauern mit einem kompletten Senntum auf. Das Verkehraufkommen und seine Gefahren einerseits, aber auch die Anpassung an die zeitgemässe Bewirtschaftung haben gewisse Veränderungen mit sich gebracht.

In Ausserhoden werden noch rund 130 Alpen bewirtschaftet. Die schwergewichtigen Alpgebiete sind die Schwägalp, der Raum Hochalp - Neckertal und das Gebiet Dürren - Lauftegg.

Die Alpzeit dauert in der Regel von Mitte Mai bis Ende September. Wobei die Voralpen zuerst und gegen Ende der Saison bestossen werden. Nur im Hochsommer, während rund 60 Tagen, werden die oberen Alpen rund um die Schwägalp unterhalb des Säntis genutzt.